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The Value of Trust

A New Perspective on Investment Decision Making and the Stock Market

Autor(en):

Ludwig-Maximilians-Universität München, 13. Juli 2010
Seiten: 188
Auflage: 1 Aufl.
Sprache: EN
ISBN-10: 3869553952
ISBN-13: 9783869553955

Zugeordnete Fachbereiche:

Wirtschaftswissenschaften | Psychologie

Kategorie:

Dissertation

Bezugsmöglichkeiten

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eBook (1572.1 kB) 31,00 € In den Warenkorb

Kurzbeschreibung

Ziel dieses Buches ist es, eine neue Perspektive auf den Aktienmarkt zu geben: eine neue Theorie über die Rolle von Vertrauen bei Investitionsentscheidungen wird entwickelt, ihre Relevanz und Anwendbarkeit zur Erklärung bekannter Phänomene der „Behavioral Finance“ wird diskutiert und empirische Belege werden für aus der Theorie abgeleitete Hypothesen dargelegt.
Bisherige ökonomische Forschungsansätze zu Investorverhalten sind hauptsächlich durch „Rational Choice“ und Nutzenmaximierung dominiert, auch wenn – dank der Behavioral Finance – einzelne psychologische Aspekte inzwischen weitgehend anerkannt sind. Trotz allem spielen Faktoren jenseits eines psychologisch erweiterten Verständnisses von Rationalität bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle, insbesondere die Rolle von Emotionen. Auf Basis von Forschung innerhalb der Psychologie, Soziologie und Philosophie wird Vertrauen als ein Konzept vorgeschlagen, um die Gesamtheit der kognitiven und affektiven Aspekte zu erfassen, die eine Entscheidung jenseits von Rational Choice beeinflussen. Vertrauen bietet ein intuitives und integratives Konzept als Ergänzung zu ‚harten’ ökonomischen Kriterien und erlaubt dadurch ein umfassenderes Bild auf Investorenverhalten. Dieser Ansatz eröffnet eine neue Perspektive auf die Rolle von Vertrauen bei Investitionsentscheidungen, sowohl auf firmenspezifischem Niveau (zur Erklärung von unterschiedlicher Firmenperformance) als auch auf globalem Niveau (z.B. hinsichtlich einer Finanzkrise). Eine Definition von firmenspezifischem Vertrauen wird aufgestellt als ein emotionaler Eindruck und eine kognitive Überzeugung, die ein Investor über die Vertrauenswürdigkeit einer Firma erlangt hat, und die komplementär zu rein rationalen Gründen basierend auf firmenspezifischen objektiven, ökonomischen Kriterien stehen. Zusätzlich werden ein theoretisches Rahmenkonzept für Investitionsentscheidungen entwickelt und Hypothesen zur empirischen Forschung abgeleitet.
Ein kurzer Überblick gängiger Theorien zu Investitionsentscheidungen zeigt, dass Ansätze, die eine Form begrenzter oder psychologisch erweiterter Rationalität als Grundlage verwenden, besser geeignet sind um sogenannten „Anomalien“ von Investorverhalten zu erklären als Ansätze der klassischen Finanztheorie. Doch fehlt diesen Ansätzen eine integrative Perspektive und insbesondere die Bedeutung von Gefühlen und Stimmungen für Investitionsentscheidungen wird meist unterschätzt. Die neu entwickelte Theorie von Vertrauen ermöglicht, als alternativer Ansatz, ein umfassenderes Verständnis von Investorenverhalten als die relativ disjunkten Ansätze der Behavioral Finance, die sich meist nur mit einzelnen Anomalien beschäftigen – und bestätigt so ihre Praxisrelevanz für den ökonomischen Kontext.
Darüber hinaus werden in diesem Buch einige empirische Ergebnisse zu aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen diskutiert, die darauf hinweisen, dass die zusammengefasste Vertrauenswahrnehmung von Investoren hinsichtlich einer Firma zu Unterschieden in der Aktienperformance beträgt. Da firmenspezifisches Vertrauen als orthogonal zur Rational Choice definiert wird, wird Vertrauen als Residuum einer Mehrebenenanalyse operationalisiert, die auf einem rationalem Marktmodell und Fundamentaldaten, die üblicherweise in Ansätzen der klassischen Finanztheorie verwendet werden, basiert. Mit europäischen Kapitalmarktdaten der vergangenen zehn Jahren zeigen die Analysen in dieser Arbeit, dass dieses firmenspezifische Vertrauen inkrementell zu späterer Aktienperformance und Unterschieden im Portfolioquerschnitt beiträgt – zusätzlich zu Rational Choice auf Basis von Marktkapitalisierung, Price/Buch-Wert und firmenspezifischer Volatilität. Der Wert von Vertrauen zeigt sich als relativ stabil über die Zeit und ein höheres Vertrauen trägt signifikant zu besserer Firmenperformance bei – auch wenn dieser Effekt in einzelnen Analysen durch entgegenwirkende Effekte anderer Prädiktoren überlagert wird. Empirische Unterstützung wird zusätzlich für die Hypothese gefunden, dass die Salienz firmenspezifischen Vertrauens in Zeiten einer Marktkrise als differenzierender Faktor zunimmt, und in Zeiten eines Booms abnimmt. Diese Ergebnisse weisen auf das Potential von Vertrauen für eine breitere Perspektive auf Investitionsentscheidungen zur Erweiterung der strikten Rational Choice Modelle in der klassischen Finanztheorie hin. Es scheint für eine Firma also auch ein Wettbewerbsvorteil zu sein, das Vertrauen ihrer Investoren zu erlangen, da es als Puffer gegen starke Aktienkursverluste insbesondere in Krisen fungieren kann.
In Summe baut die neue Theorie von Vertrauen auf anerkannten Ansätzen verschiedener Disziplinen auf, beweist Praxisrelevanz zur Erklärung bekannter Phänomene von Investorenverhalten und erhält starke empirische Unterstützung für aus der Theorie abgeleitete Hypothesen. Das neu entwickelte Konzept von Vertrauen erlaubt es zusätzlich, Ansätze der klassischen Finanztheorie und psychologische Treiber in Investitionsentscheidungen in einem Ansatz zu kombinieren und eröffnet eine neue Perspektive für die zukünftige Forschung zu diesem Thema.

Description

This book aims at introducing a new perspective on stock market behavior by developing a theory of trust in investment decision making, discussing its relevance and applicability to account for anomalies of investor behavior, and empirically testing propositions derived from this theory.
Current economic research on investor behavior is still mainly dominated by rational choice, though – thanks to behavioral finance – select psychological factors have been largely acknowledged. Yet factors that go beyond a psychologically extended idea of rationality are still highly underrepresented in research, especially the role of emotions. Drawing upon research in psychology, sociology, and philosophy, trust is proposed as a concept to encompass the entirety of cognitive and affective aspects influencing decision making beyond strict rational choice. Trust offers an intuitive and integrative concept which complements ‘hard’ economic criteria and allows for a more holistic understanding of investor behavior. This approach opens up a new perspective on the role of trust in investment decisions on a firm-specific level (to account for cross-sectional differences) and on a global level (regarding, e.g., a global financial crisis). A definition of firm-specific trust in investment decisions is developed as the cognitive belief and emotional impression an investor has attained of the trustworthiness of a firm – complementing strict rational choice based on objective economic criteria. Additionally, a theoretical framework of investment decision making is proposed and hypotheses for future research are derived.
A short review of finance theory shows that approaches which employ some form of bounded or psychologically amended rationality achieve better accounting for behavior ‘anomalies’ than classic finance theory approaches, but lack an integrative perspective and still underestimate the influence of emotions and moods for investment decisions. The new theory of trust as an alternative approach is found to yield a more holistic understanding of actual investor behavior than the fairly disparate behavioral finance approaches which only deal with selective anomalies – thus seconding its applicability for the economic context.
The paper also delivers empirical support for hypotheses derived from the new theory – indicating that the aggregate trust perceptions of investors regarding a firm contribute to cross-sectional differences of stock performance. As firm-specific trust is defined as orthogonally complementing rational choice decision criteria based on objective economic company information, it is measured as the residual in a multilevel analysis which employs a rational choice market model and fundamental company data common to classic finance approaches. Using European market data of the past ten years, analyses in this paper find this firm-specific trust to incrementally contribute to subsequent firm performance and cross-sectional differences – in addition to rational choice based on market equity, price-book ratio and firm-specific volatility. The measure of trust is found to be fairly stable over time, and a higher level of trust robustly and significantly contributes to superior firm performance – though in some occasions superimposed upon by a contrary effect of other predictors. Additionally, some empirical support is found for the proposition that the salience of firm-specific trust as a differentiating factor increases in times of market crisis and decreases in times of market boom. The findings hint at the potential of employing trust for a broader perspective on investment decision making and amending strict rational choice models of classic finance theory. Furthermore, gaining its investors’ trust seems to be a competitive advantage for firms and may serve as a buffer against larger stock declines, especially in times of a crisis.
All in all, the new theory of trust is backed by research insights from various disciplines, proves its applicability and relevance to account for known phenomena of investor behavior, and receives strong empirical support for propositions derived from it. Employing this concept of trust additionally allows reconciling classic finance theory with psychological drivers in investment decision making and opens up a new perspective for future research on investment decisions.

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